Du musst nicht wissen, was Du willst…

…es reicht zu wissen, was Du nicht willst.

Wir alle stellen uns ständig Fragen, die Entscheidungen fordern. Was will ich zu Mittag essen? Was mache ich nach Feierabend? Was ziehe ich morgen an? Das sind die kleinen, alltäglichen Fragen – die manche von uns allerdings auch ab und zu an den Rand unserer Entscheidungskapazitäten bringen. Mir ging es zumindest lange Zeit so und manchmal erwische ich mich auch heute noch dabei, wie ich Ewigkeiten über solche Fragen grübeln kann und Angst habe, nicht die „richtige“ Entscheidung zu treffen. Perfektionismus lässt grüßen.

Dann gibt es da aber noch die viel tiefergehenden Fragen.

Wo will ich in 5 Jahren stehen?

Was will ich in meinem Leben erreichen?

Was ist mein Traumjob?

Und was meine Leidenschaft?

Solche existenziellen Fragen stellen wir uns vor allem in Phasen, in denen wir merken, dass ein Umbruch ansteht, dass wir eine Veränderung brauchen oder wir uns einfach darüber bewusst werden möchten, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Aber anstatt dass diese Fragen uns weiterbringen, lähmen sie uns viel zu häufig. Weil sie uns unter Druck setzen und viele von uns daran scheitern, die „perfekte“ Antwort darauf zu finden. Vielleicht ist es Dir auch schon so gegangen wie mir von einiger Zeit: Da ich keine Antwort auf die Fragen hatte, habe ich folgende Schlussfolgerungen gezogen:

Ich habe keine Ziele, also ist alles, was ich tue, nutzlos.

Ich weiß nicht, was ich im Leben erreichen will, also werde ich auch nichts erreichen.

Ich habe keinen Traumjob, also muss ich mich in jedem anderen Job einfach doppelt anstrengen, um zumindest darin gut zu sein.

Ich habe keine Leidenschaften, also habe ich wohl auch keine wirklichen Interessen und bin ein ziemlich langweiliger Mensch.

Solche Antworten sind natürlich wenig hilfreich. Sie machen Angst vor Veränderung, ersticken den Glauben an uns selbst, drücken unser Selbstbewusstsein zu Boden und heben unser fatales Falschwissen, dass wir dann scheinbar nicht für ein glückliches Leben bestimmt sind und das auch gar nicht wirklich verdient haben, auf ein Podest und setzen ihm eine Krone auf.

Als ich irgendwann – nach einem langen Lernprozess – verstanden habe, dass mich diese Antworten nicht weiterbringen, sondern immer weiter runterziehen, habe ich angefangen, mir andere Fragen zu stellen.

Anstatt „Was will ich“ habe ich mich gefragt „Was will ich nicht?

Anstatt „Was und wie will ich arbeiten“ ging es um „Was und wie will ich nicht mehr arbeiten?

Ich habe nicht mehr krampfhaft versucht, mir die „eine Leidenschaft“ zurecht zu biegen, sondern habe nach Dingen gesucht, die ich nicht gerne tue und bin dabei automatisch auf Sachen gestoßen, die mir Spaß machen.

Naturgemäß haben wir auf solche negativen Fragen wesentlich mehr Antworten – allein schon deswegen, weil wir nicht „den einen Traumjob“ oder „das eine Lebensziel“ benennen müssen, sondern wir ganz viele Antworten geben können. Selbst wenn viele der Antworten so offensichtlich sind, dass sie nicht wirklich zielführend sein werden (dass ich keine Metzgerin werden will war schon immer so sicher wie der Regen im Hamburger Sommer), schreit unser Belohnungssystem bei jeder Antwort laut WOHOO – immerhin haben wir eine Antwort gegeben. Und jede Erkenntnis darüber, was wir NICHT wollen, bringt uns ein Stück näher zu uns selbst und dem, was wir möchten.

Wenn Du dann rausgefunden hast, was Du nicht möchtest, kannst Du überprüfen, ob eine oder mehrere dieser Dinge trotzdem noch in Deinem Alltag auftauchen. Falls ja, frag Dich, ob Du irgendetwas daran ändern oder sie sogar ganz aus Deinem Leben verbannen kannst. Und wie so vieles, was unser Leben zum Positiven verändern kann, ist auch dieser Schritt natürlich mit einem Risiko verbunden.

Du wirst vielleicht etwas loslassen müssen, was Dir bisher Sicherheit gegeben hat, an das Du Dich über viele Jahre gewöhnt hast oder von dem Du bislang geglaubt hast, dass es unabdingbar zu Dir und Deinem Leben gehört. Aber ich kann Dir aus meiner eigenen Erfahrung sagen: es lohnt sich! Denn durch das Loslassen von Dingen, die eigentlich gar nicht zu einem zufriedenen Leben beitragen, entsteht auch gleichzeitig Platz für Neues. Im besten Falle für Glück.

Du willst wissen, wie mir die Negativfragen geholfen haben, meinen jetzigen Weg zu gehen? Dann klicke hier. Und falls Dir das erstmal an Input gereicht hat bleibt mir nichts weiter als Dir einen wundervollen Tag zu wünschen und viel Spaß beim Beantworten Deiner persönlichen Fragen!

Welche Fragen beschäftigen Dich gerade? Gerne rein damit in die Kommentare!

2 Kommentare zu „Du musst nicht wissen, was Du willst…“

  1. Oft fragen wir uns , was oder wer uns einem eigentlich im Wege steht . Bis wir erkenen, dass wir es selber sind . Du scheinst das erkannt zu haben, und so wünsche ich dir auf deinen neuen Wegen Mut , Entschlossenheit und ganz viele wunderbare Begegnungen.

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    1. Vielen Dank liebe Greta. Und ja, ich stand mir sehr lange selbst im Weg – mittlerweile lasse ich mich nicht mehr stoppen, wenn ich mich selbst auf dem Weg mal wieder treffe. Ich grüße nur nett, wünsche mir selbst einen schönen Tag und gehe weiter 🙂 Alles Liebe für Dich

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