Goodbye 2016 – und Goodbye Deutschland

Same procedure as last year gilt dieses Jahr für mich so gar nicht. Ehrlich gesagt habe ich Silvester noch nie am Flughafen verbracht. Aber irgendwann ist ja immer das erste Mal und so sitze ich jetzt am Hamburger Flughafen – in einer ganz anderen Stimmung als ich das so vermutet habe.

Der Morgen ist traumhaft gestartet: Ich habe bei meiner Cousine und ihrem Freund übernachtet, mit denen ich vor Aufbruch noch ganz gemütlich gefrühstückt habe und die mir die Aufregung mit Tee und Rumalbern ein bisschen nehmen konnten. Später kam noch eine gute Freundin mit Berlinern vorbei, damit ich zumindest ein bisschen was vom deutschen Silvester habe, bevor es mich für die Nacht nach Madrid verschlägt. Zusammen haben sie mich zum Flughafen gebracht, noch fleißig Foto-Sessions gemacht und mich mit den liebsten Wünschen in die weite Welt geschickt.

Yaaay, endlich geht sie los, meine große Reise, mein erster Solo-Trip, meine Traumerfüllung. Tschüss kaltes, graues Deutschland, Hola heißes, sonniges Südamerika. Vorfreude pur. So hatte ich mir das heute am Flughafen eigentlich vorgestellt. Zwar ist es kalt und grau in Hamburg, aber in Bogotá, wo ich nach dem Zwischenstopp in Madrid als erstes landen werde, ist es weder sonnig noch heiß, sondern kühl und regnerisch.

Aber das für mich befremdlichste: Vorfreude pur ist gerade nicht angesagt. Sondern eher ein anderes Gefühl: Angst. Ja, ich hab Angst. Ich kann noch nicht mal genau definieren, wovor, aber der Mut, für den mich in den vergangenen Monaten alle gelobt und bewundert haben, steht gerade auf ganz schön wackligen Beinen – genau wie ich auch. Meine Hände sind fast zu zittrig, um diesen Artikel zu schreiben, und tausend Gedanken schießen mir durch den Kopf.

Was mach ich hier eigentlich? Was kommt auf mich zu? Werde ich nette Leute kennen lernen? Habe ich mich genug über die Länder informiert um zu wissen, worauf ich achten muss? Bin ich vielleicht gar nicht mehr der Typ für Hostels und Gemeinschaftszimmer? Wer bin ich eigentlich überhaupt? Und warum um Himmels Willen sitze ich hier gerade am Flughafen, während meine Freunde sich gemeinsam auf die Begrüßung von 2017 vorbereiten, Raclette planen und heute Nacht anstoßen werden?

Tausend Antworten brüllen dazu gegeneinander an und ich werde in den kommenden Stunden oder Tagen versuchen, sie zu sortieren und die unsinnigen Antworten zum Schweigen zu bringen. Damit ich nicht nur aus unfassbarer Nervosität so energiegeladene Fotos wie oben mache, sondern aus positiver Aufregung. Und damit sich wieder das einstellt, was die vergangenen Wochen ständig präsent war: Vorfreude auf all das, was jetzt auf mich zukommt. Und das Vertrauen, dass alles so laufen wird wie es soll.

13 Kommentare zu „Goodbye 2016 – und Goodbye Deutschland“

  1. Lisa, es wird so laufen , wie es soll und , das ist das Wichtige: Es soll so laufen, wie es wird. Und es wird gut, verlass Dich drauf.
    Ich wünsche Dir, dass Dein Zutrauen in Dich sich wieder einstellt. Und……. einen guten und unvergesslichen Rutsch ins 2017
    in Madrid. Ohne Raclette und Schampus aber mit Viel Vorfreude. In Gedanken nah bei Dir, Dein Papa

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    1. Danke Papa! :-* Mein Vertrauen in genau das, was Du geschrieben hast, wächst so langsam wieder und ich freue mich auf den sicherlich unvergesslichen Start ins neue Jahr – auch wenn ich vielleicht reinschlafen werde, aber dafür wird Neujahr umso spannender 😉

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  2. Liebe Lisa , wir malen uns vielleicht zu oft vor uns Liegendes in bestimmten Farben aus. Eigentlich eine Unart. Wie bunt oder trist etwas ist , wie es sich anfühlt , wissen wir immer erst im Nachhinein. Und so wünsche ich dir sehr , dass du dich jetzt erst einmal von gefühlten und gedachten Vorstellungen lösen kannst . So läufst du weniger Gefahr , das Momente , die anders als gedacht sind , negativ besetzt werden . Das wird dir gelingen , ich bin mir ganz sicher !!! Deine Greta

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    1. Liebe Greta, tausend Dank für deine lieben Worte! Du hast absolut Recht. Ich bin sehr gespannt, welche Farben sich in mein Bild der Reise mischen werden und wie es am Ende aussieht – ich versuche, mir keine Vorstellung davon zu machen 🙂 Alles Liebe, Deine Lisa

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    1. Thank you very much! And yes, I do try to write from my heart – even though it might be a risk to be so open, but the name of my blog does make sense here as well 😉

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  3. Liebe Lisa,
    das fängt Ja-hr gut an. Alles Gute während Deiner Abenteuerreise, von der wohl viele Menschen träumen, aber die wenigsten angehen. Eine ganz tolle Internetseite hast Du bereits jetzt aufgebaut.
    Toi, toi, toi
    Herzlichen Grüße aus Brüssel
    Holger

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    1. Ganz ganz lieben Dank, Holger. Es ist so schön, so positives Feedback zu bekommen und macht mir noch viel mehr Lust darauf, weiter am Blog zu basteln ☺ alles Liebe für dich und ganz herzliche Grüße aus Bogotá

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  4. Ich muss hier einfach überall was kommentieren 😄 ich find, so reflektiert, wie du über all deine Gedanken und Gefühle schreibst, bist du schon längst auf dem richtigen Weg, zumindest in die richtige Richtung gestartet. Lass dich nicht verunsichern 😊 Deine Angst schützt dich im ersten Moment und wenn du sie zulässt und lernst, mit ihr umzugehen, entsteht daraus was Schönes!

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    1. Du bist so süß 😀 Danke für Deine Kommentarflut – ich freu mich über jeden einzelnen davon!
      Und genau das was Du sagst ist so wichtig – und so schwierig. Die Ängste zuzulassen und sich ihnen zu stellen und sie nicht als etwas Schlimmes anzusehen. Genau das sind ja auch die kleinen Risiken, die ich mit „risk happiness“ meine, denn meistens wird man mit Ängsten konfrontiert, wenn man sich plötzlich außerhalb seiner Komfortzone bewegen will/muss.

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