¡Bienvenidos a Colombia!

4 Tage ist es her, dass ich das erste Mal in Kolumbien gelandet bin. Tage, vor denen ich am Hamburger Flughafen noch richtig Angst hatte und die ich mir sehr schwierig vorgestellt habe (warum, kannst Du hier nachlesen). Da ich heute schon zum zweiten Mal gelandet bin, diesmal in Medellin, ist es längst mal Zeit, die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen.

Es ist gerade 19 Uhr, ich sitze im Hostel mit kurzer Hose und Top auf einer kleinen Terrasse, die bunten Hängematten um mich rum sind belegt mit anderen Reisenden und der warme Wind trägt die Musik (Latino natürlich ;)) aus der Hostelbar nach oben. Und nicht nur wegen der wunderbaren Atmosphäre hier bin ich happy.

So große Angst ich vor ein paar Tagen noch vor der ersten Zeit meiner Reise hatte, um so deutlicher hat das Leben mir mal wieder gezeigt, dass es sich lohnt, sich seinen Ängsten zu stellen, Dinge zu riskieren, die beim Gedanken daran erstmal die Knie weich und den Magen schwummrig werden lassen.

Nach einem 3 Stunden verspäteten, aber ziemlich komfortablen Flug (den ich dem netten Flughafenmitarbeiter zu verdanken habe, der meinen Wunsch nach einem Exit-Platz mit gaaaanz viel Beinfreiheit nicht ablehnen konnte) bin ich am 1.Januar abends in Bogotá angekommen. Nach einer leicht beängstigenden Taxifahrt  durch dunkle und menschenleere Straßen mit einem unglücklich verheirateten Fahrer, der scheinbar auf der Suche nach einer Affäre war, war ich zwar leicht erstaunt, aber vor allem erleichtert, dass vor unserem Hostel Polizei patrouillierte. Aber das sollte ich in den kommenden Tagen noch häufiger erleben…

Meiner Angst, dass ich keine Leute kennen lernen würde, haben sich direkt zwei andere Solo-Traveler  entgegengestellt, die bereits mit mir im Flugzeug saßen und ein paar Minuten nach mir völlig unerwartet auch im selben Hostel standen. Nach der ersten ziemlich ätzenden Nacht, was unter anderem an der Luft  in dem 7er Zimmer ohne Fenster lag, haben wir leicht Jetlag-geplagt gefrühstückt – in strahlendem Sonnenschein. Ganz anders als vorhergesagt hat sich das Wetter von seiner besten Seite gezeigt und uns die Tage, die wir zusammen mit zwei New Yorkern verbracht haben, begleitet.

Bei einer Stadtführung haben wir das typische Mais-Bier Chicha getrunken, die wildesten exotischen Früchte probiert, kolumbianischen Kaffee verkostet und ein paar der tausend Graffitis gesehen, die die Straßen von Bogotá schmücken. Wir waren in verschiedenen Stadtteilen spazieren, in diversen Restaurants essen (das Essen hier ist einen eigenen Artikel würdig…) und haben uns immer wieder über die unfassbare Lage mitten in den Bergen in über 2000m Höhe gewundert. Dass mich die hügeligen Straßen viel zu schnell außer Atem gebracht haben schiebe ich daher auch weiterhin fleißig auf die dünnere Luft 😉

Absolutes Highlight meiner Zeit in Bogotá war die Cablecar-Fahrt rauf auf den Berg Monserrate, der einem durch seinen atemberaubenden Blick über die riesige Stadt den Mund offen stehen lässt.Auch hier meinte das Leben es gut mit uns: wir waren nach ewiger Warteschlange genau zur richtigen Zeit oben, so dass wir den Sonnenuntergang völlig fasziniert und begleitet von wunderschöner Musik beobachten konnten und nur wenige Minuten später die nächtlichen Lichter, die die Stadt Nacht für Nacht zum Strahlen bringen.

„Ach Mensch, das ist doch irgendwie blöd, dann kannst Du die Dinge, die Du erlebst, mit niemandem teilen“ war eine der häufigsten Reaktionen, die ich auf meinen Solo-Trip bekommen habe. Schon vorab habe ich geahnt, dass es so nicht kommen wird, und nach meinen ersten Tagen kann ich sagen: ich glaube ich werde hier wesentlich weniger alleine sein als in meinem alten Alltag in Hamburg. Das Zusammentreffen unterschiedlichster Menschen auf oft sehr engem Raum und mit sehr intensivem Kontakt in sehr kurzer Zeit beobachte ich gerade total gespannt und werde meine Gedanken dazu in einen Artikel packen, wenn ich etwas mehr erlebt habe.

Wie lange ich in Medellin bleiben werde weiß ich noch nicht, aber ich glaube schon jetzt, dass die Stadt mir wesentlich besser gefallen wird als Bogotá. Ich hab total Lust, die kommenden Tage in Cafés zu sitzen und an dem Blog und allem, was dazugehört, zu basteln 🙂 Da die beiden New Yorker Rachel und Alex, mit denen ich mich super verstehe, ganz zufälligerweise (bzw. stellt sich hier wieder die Frage, ob es Zufälle gibt) auch heute Abend in Medellin landen und noch zufälligererweise auch das selbe Hostel wie ich gebucht haben, werde ich wohl auch einiges mit den beiden unternehmen.

Aber wie in letzter Zeit immer häufiger: ich plane nicht. Ich versuche einfach alles auf mich zukommen zu lassen – genauso wie den Abend gestern, den ich eigentlich im Bett verbringen wollte, der  dann allerdings mit einer großen Menge Aguardiente, ausgelassenem Tanzen und einer der lustigsten Partys seit Langem geendet hat. Just see what happens – and be open for all the great opportunities, that life offers you 🙂

Bis ganz bald!

 

 

 

19 Kommentare zu „¡Bienvenidos a Colombia!“

  1. Hi Lisa,
    zu Reisebeginn riskhappinessblog aufgerufen, verfolge ich nun regelmäßig Deine Berichte. Die ja viel mehr, weil u.a. zum Nachdenken anregen, schöner und interessanter als „normale“ Reiseberichte sind. Bin schon gespannt auf Deinen nächsten Beitrag.
    Saludos cordiales
    Holger

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  2. Genieß Medellin meine Liebe! Riesen Umarmung aus der Ferne und ich freue mich, dass du schon so einen tollen Start hattest. Freue mich weiter auf alle Details und Berichte! Besitos

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  3. Hallo, liebe Lisa, ( von der kalten Basis ) ❄️🇩🇪😃

    ich verfolge nun regelmäßig und sehr gespannt (!) Deinen neuen Blog.

    Chapeau, 👍wie Du unbefangen an Einheimische und andere Reisende heran gehst. Es sind alles nur Menschen, die vielleicht andere Gewohnheiten und Ansichten haben bzw. einfach etwas anders ticken, aber am Ende sind sie dann doch wie Du und ich.

    Entdecke diese wunderschöne Welt da draußen und Du wirst sehr sicher lernen, was Dich wirklich glücklich macht !

    Bis dahin alles liebe verbunden mit herzlichen Grüßen auch von Harras.
    Leider, hat selbiger “ noch“ keinen eigenen Emailaccount. 📩 Vielleicht wäre eine eigene Homepage oder ein Blog eine Option (?) 🤔😃

    Spaß beiseite.

    Pass auf Dich auf. 🍀🍀Ich freue mich über jede neue Info !

    VG
    Silvia & Harras

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    1. Hallo ihr zwei Frostbeulen 😉
      Vielen Dank für den lieben Kommentar und wie schön, dass Ihr meine Reise so fleißig verfolgt.
      Und ich bin mir sicher: hätte Harras einen Youtube Channel würde er von jetzt auf gleich durch die Decke gehen! Ich würde vor Neid erblassen – und einer der ersten Follower sein 🙂
      Alles Liebe aus der Hängematte, Lisa

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      1. So so. Eine Hängematte. Wir hingehen müssen ja gerade aufpassen, mit welchem Gesichtsausdruck wir nach draußen gehen. Könnte den ganzen Tag so bleiben 😂

        Na ja, wofür gibt es wenigstens “ Heat Feat“ ? 👣🔥😃

        Ach ja, und den Harras Channel, richtest Du mir dann bitte nach Deiner Rückkehr ein. Danke 😉

        Schreibe ein Buch, liebe Lisa !! 📕🖋
        Ich -und sicher gehen viele mit mir konform – bin mir sicher, das Du mit Deinen authentischen Erlebnissen und subtiler Schreibweise eine große Zielgruppe erreichst.
        Harras, der kleine “ Asiat“, sollte natürlich auch einmal erwähnt werden 😂🐾 Nur so am Rande…

        Lass es Dir gut gehen und L E B E 🍸💃🏼🌇

        Silvia & Harras
        ( die aus der Kälte kamen .. )

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      2. Wenn ich meine Gedanken so perfekt wie Du zum Ausdruck bringen könnte, würde ich über Harras mittlerweile auch ein Buch schreiben können. ( ..ich hasse Konjunktive :-))

        Also liebe Lisa, M A C H E N 📗
        Nicht jeder, ist mit diesem Talent ausgestattet.
        Zudem hast Du Themen. Dieser Blog hier , ist ja schon so eine Art “ kleines Buch“.

        Ergo : Ich verfolge es mit Freude und großem Interesse. 😊

        VG

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  4. Liebste Lisa,
    dein Blog ist wirklich toll geworden! Es macht riesig Spaß, deine Einträge zu lesen! Du schreibst so lebhaft, dass man fast das Gefühl bekommt, dabei zu sein!
    Da ist es fast ein bisschen weniger schlimm, dass du so weit weg bist!
    Ich denke ganz fest an dich und freue mich immer, von dir zu lesen und von dir zu hören! 🙂
    KUSS KUSS

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    1. Ohhh vielen Dank!!! 🙂 Das ist so schön zu hören! Es macht auch einfach unglaublich viel Spaß, meine Gedanken und Erlebnisse in Worte zu fassen. Schön, dass Du und Ihr mich so auf meiner Reise begleiten könnt 🙂 Drück Dich!

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  5. Liebe Lisa,

    Reisen ist wie Leben: Nicht nur Euphorie.
    Die Gedanken, die jetzt in Deinem neuen Beitrag hoch kommen, sind be- und ..merkenswert.
    Ich wette, dass Du sie alle nach und nach abarbeiten und hinter Dir lassen wirst. Mit der Einschränkung,
    dass Du alles , was mit Deiner Gesundheit bzw. körperlichen Konstitution zusammenhängt, nicht
    ändern kannst und somit mit Gelassenheit hinnnehmen musst.
    Genieß weiterhin das Anderssein der Menschen, der Kulturen und der geografischen und klimatischen
    Bedingungen.
    Wir frieren zur Zeit und rutschen auf Glatteis aus. Carpe diem.

    Gefällt 1 Person

    1. Das hast du sehr schön geschrieben 🙂 Die Gelassenheit, von der Du schreibst, konnte ich mir in den letzten Jahren ganz gut antrainieren und werd sie bestimmt auch mal auf meiner Reise einsetzen müssen 😉 Passt gut auf Euch auf uns rutscht nicht aus!

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