Die Packliste der anderen Art: was ich von Kolumbien mit nach Deutschland bringe

Noch 3 Tage, dann ist es soweit. Ein letztes Mal (für diese Reise ;-)) werde ich in den Flieger steigen, die Welt unter mir verschwinden und die Wolken von oben sehen. Ein Moment, in dem ich nur sehr selten präsent bin – meistens hängen meine Gedanken dem nach, was ich gerade hinter mir lasse und antizipieren gleichzeitig das, was wohl auf mich wartet. In diesem Fall sind es viereinhalb wundervolle Monate in Südamerika die hinter mir liegen – und wie versprochen teile ich heute mit dir meine Liste der „guten Vorsätze“.

Damit meine ich all das, was ich aus Kolumbien mit nach Deutschland nehmen möchte. Nein, nicht das Materielle. Eher das Spirituelle. Nicht das, was ich hier kaufen konnte. Sondern das, was ich hier fühlen konnte. Nichts, was ich mir an die Wand hängen kann. Eher, was ich in meinem Herzen tragen werde. Und das ist eine ganze Menge.

Vielen (gerade Langzeit-) Reisenden geht es ähnlich. Wir fühlen uns so viel freier, glücklicher und losgelöster, wenn wir unterwegs sind und wollen diese Gefühle so gerne mit nach Hause bringen. Aber zurück in Deutschland und damit meist auch wieder in den altbekannten Strukturen merken wir, wie sie langsam im Alltagstrott untergehen. Wir versuchen, sie festzuhalten, aber sie entgleiten uns. Mal mehr, mal weniger bewusst.

Deshalb habe ich mir in den vergangenen Tagen aufgeschrieben, was genau ich gefühlt habe und was mich so happy gemacht hat. Aber auch ganz konkrete Dinge, womit ich das Glück, die Freude und die Leichtigkeit, die ich während meiner Reise so häufig gespürt habe, vielleicht auch zurück in Deutschland erhalten kann. In einem meiner Lieblingslieder „Somos Dos“ gibt es eine Zeile, die ich morgens am Strand immer lauthals mitgesungen habe:

„El resto desaparece, quiero quedarme con este para siempre“.

Bomba Estereo

Relativ frei übersetzt heißt das: „Selbst wenn alles andere verschwindet, will ich das hier für immer behalten“. DAS HIER ist für mich genau das, was das Bild oben zeigt. Selbst wenn der Strand, die Menschen, die konstante Wärme, die wuselige Freundlichkeit, das Spanisch und so vieles mehr um mich herum erstmal verschwinden wird, will ich mir DAS HIER, dieses Gefühl, dieses Glück für immer in meinem Herzen erhalten.

Meine Liste ist sehr persönlich und natürlich von meinen eigenen Erfahrungen geprägt, aber gleichzeitig kann ich mir gut vorstellen, dass du dich in einigen Punkten wiederfindest. Ich hoffe es. Denn dann kann dich diese Liste vielleicht inspirieren und dir Ideen geben, wie du dein ganz persönliches Glück bewahren kannst. Ehrlich gesagt sind es allerdings eher zwei Listen. Eine mit Dingen, die ich auf der Reise für mich gelernt habe und die ich gerne beibehalten möchte. Und eine andere mit konkreten Vorsätzen, die ich mir vornehme und die mir hoffentlich dabei helfen, mein kolumbianisches Glück zumindest teilweise mit nach Deutschland zu bringen.

LISTE 1: Was mir mein erster Solo-Trip gebracht hat

  • Viele Experimente außerhalb meiner Komfortzone und dadurch unzählige wertvolle Erfahrungen
  • Wundervolle neue Freunde
  • Eine engere Beziehung zu mir selbst
  • Die Fähigkeit, absolut im Hier und Jetzt zu sein
  • Ganz ganz viel Riskhappiness
  • Die Erkenntnis der Macht der Dankbarkeit
  • Einen entspannteren Umgang mit schwierigen / negativen Situationen und Dinge nicht so schwer zu nehmen
  • Schlechte Zeiten als das anzusehen, was sie sind: „Zeiten“. Die vorübergehen. Und mich nicht definieren.
  • Ich kann wieder fließend Spanisch sprechen – juchuuu
  • Viele Rückmeldungen zu meiner positiven Energie, die ich dadurch selbst wieder stärker wahrnehmen kann
  • Geduld. Geduld. Geduld. Man wartet viel in Südamerika 😉
  • Die 100%ige Gewissheit, dass ich mein Leben nicht ständig in Deutschland verbringen will
  • Und die Erkenntnis, dass es absolut möglich ist, ein Leben nach seinen eigenen Regeln zu leben. Ich habe so viele Menschen getroffen, die außerhalb der „normalen“ Strukturen leben – und damit meine ich nicht die typischen Ich-lauf-nur-noch-Barfuß-und-trag-Rastas-und-Batik-Shirts-Aussteiger
  • Einen tieferen Glauben in das Universum und ein noch tieferes Vertrauen in das Leben
  • Ein unglaubliches Freiheitsgefühl. Danke Sonne, Musik und Tanz!
  • Erste Schritte in ganz vielen Bereichen: Bloggen, Yoga, Meditation, Persönlichkeitsentwicklung
  • Ganz viele Glücksmomente, in denen mir vor Freude die Tränen gekommen sind
  • Eine neue Form des Gebens
  • Eine neue Gelassenheit bezüglich meines Körpers – es ist soooo viel schöner, außerhalb des europäischen Schönheitsideals zu leben
  • Das Wissen, dass ich ganz viele wundervolle Menschen in meinem Leben habe, die zu 100 Prozent hinter mir stehen
  • Die schöne Erfahrung, wie wenig Materielles ich brauche, um glücklich zu sein. Und sogar, wie belastend und einengend Besitz sein kann

Kleine Anmerkung: ja, vieles davon ist mir nicht ganz neu. Manches habe ich auch vorher schon mal erlebt und für mich erkannt. Ich weiß zum Beispiel schon lange, wie viele wunderbare Menschen hinter mir stehen. Aber auf dieser Reise gingen die Erfahrungen noch tiefer und ich hatte die Zeit und die Freiheit, die Dinge intensiver auszutesten.

Ich glaube, um diese Dinge mit nach Deutschland zu bringen, wird es wichtig sein, dass ich – wie man das so schön sagt – „bei mir bleibe“. Dass ich mich immer wieder bewusst auf all das fokussieren kann und mich nicht von dem Außen beeinflussen lasse. Darum gehe meine „guten Vorsätze“ auch ganz besonders in die Richtung. Und darum, mir eine gewissen Struktur vorzugeben. Denn ich komme ja erstmal ins „Nichts“ – kein Job, keine großartigen Verantwortungen. Und die Gefahr, durch die Kombination mit dem sehr wahrscheinlich aufkommenden Fernweh in ein „Loch“ zu fallen, ist uns vermutlich allen ziemlich bekannt.

LISTE 2: Was kann ich tun, um mein wieder- und neugefundenes Glück bei mir zu behalten und mich vor dem typischen „Loch“ zu schützen?

  • Eine Morgenroutine entwickeln. Nicht nur Conni Biesalski, die mir in so vielem ein Vorbild ist, hat eine. Sondern eigentlich fast alle, die schon ganz weit in die Richtung gegangen sind, in die ich auch gehen will. Ich habe es auf meiner Reise schon ausprobiert und es ist so schön, jeden Tag auf die gleiche Weise zu beginnen – bewusst und achtsam. Für mich wird auf jeden Fall Meditation und das Schreiben von sogenannten Morgenseiten dazugehören. Dazu wird’s dann aber auch noch mal nen eigenen Artikel geben 🙂
  • Regelmäßig Yoga machen – ich habe ja erst auf meiner Reise mit Yoga und Meditation angefangen (vorher war ich eher eine von der Sorte, die „zu hibbelig“ für Yoga war, nee nee, das is nix für mich…) und es tut einfach sooo unglaublich gut. Körper, Geist und Seele.
  • Regelmäßig Sport machen – vor allem in Form von Tanzen/Zumba. Sport hat mir zwischendurch total gefehlt. Ich weiß, Reisen ist keine Ausrede, um faul zu sein, aber irgendwie ist es mir dann doch passiert. Und ich weiß, wie gut mir Sport tut und wie gut ich Stress damit abbauen kann. Besonders mit allem, was in irgendeiner Form Latinomusik beinhaltet. Es ist für mich so befreiend zu tanzen! Also, liebe Zumba-Lehrer und Latin-Clubs, ihr werdet mich wieder öfter sehen!
  • Mich gesund ernähren – gehört für mich einfach zu dem ganzheitlichen guten Gefühl dazu!
  • Meinen Besitz weiter minimaliseren – ich dachte, das hätte ich größtenteils vor meiner Reise schon gemacht, aber mittlerweile weiß ich, dass ich soooo viel Kram/Klamotten/Schnickschnack habe, den ich nicht wirklich brauche. Ich freu mich schon total darauf, die Sachen auszusortieren und los zu werden. Und besonders auf das erleichternde und befreiende Gefühl danach. Als Mädels denken wir natürlich schnell „Oh super, Platz für neues im Kleiderschrank“ – und klar, es wird ein paar neue Sachen geben, aber grundsätzlich will ich einfach weniger besitzen.
  • Weiter Spanisch sprechen und weiter mit der lateinamerikanischen Kultur in Berührung sein – ich weiß nicht warum, aber ich fühle mich einfach irgendwie glücklich, wenn ich Spanisch spreche. Ich will in Hamburg auf viele Latin-Events gehen und mir vielleicht einen Tandem-Partner suchen.
  • Dankbarkeit praktizieren – vielleicht verfolgst du ja meine aktuellen „30 Tage Dankbarkeit“ bei Instagram und ich kann nur eins sagen: es ist soooo machtvoll, Dankbarkeit bewusst zu praktizieren! Das will ich mir unbedingt erhalten.
  • Gutes tun. Anderen Menschen helfen mit dem, was ich zu geben habe.
  • Mehr Farbe in mein Leben bringen. Mir ist aufgefallen, dass selbst die Klamotten, die ich mit auf diese Karibik-Reise genommen habe, größtenteils einfarbig und dunkel sind. Dabei macht bunt einfach gute Laune. Egal ob pinke Nägel, ein sonnengelbes Shirt oder eine knallbunte Tasche. Gerade im Sommer. Powerboost 🙂
  • Jeden Tag lesen – und damit meine ich keine Romane, sondern Blogs, Bücher etc. zu Themen, die mich in meiner aktuellen Situation bilden und weiterbringen können. Persönlichkeitsentwicklung. Digitales Nomadentum. Meditation. Achtsamkeit. Yoga. Selbstständigkeit. Einfach meinen Kopf füttern mit Input, der mich motiviert und inspiriert und an den Weg erinnert, den ich gehen will.

Ich freue mich total darauf, all das auszuprobieren und mir drum herum mein neues Leben aufzubauen. Und hoffe natürlich, dass ich zumindest den größten Teil meiner Liste umsetzen kann.

Was fehlt für deine persönliche Liste noch?

Hast du noch Tipps für mich, was dir nach deiner Rückkehr gut getan hat?

Was hast du während deinen Reisen gelernt?

Und falls du nicht Langzeitreisender bist: was tust du, um dir dein persönliches Glück zu bewahren?

Gerne alles rein in die Kommentare 🙂 Ich freu mich auf jeden einzelnen!!

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5 Kommentare zu „Die Packliste der anderen Art: was ich von Kolumbien mit nach Deutschland bringe“

  1. Hallo Lisa!
    Ich möchte ein Blog von einem digitalen Nomaden, der ein gut Freund von mir ist, empfehlen: https://boscosoler.com/ Er komm, wie ich, aus Valencia, deshalb schreibt er in Spanisch, so dass du in eimen link drei Dinge deiner zweite Liste hast: Blog, digitaler Nomaden und Spanisch.

    viele Grüsse.
    Lorena (deine alte Tandem in Hamburg)

    Gefällt 1 Person

    1. Lorena! Wie schön von dir zu lesen! So lange her, dass wir uns gesehen haben… ich hoffe es geht dir gut! Vielen vielen Dank für deine Empfehlung, werde mir seinen Blog auf jeden Fall anschauen! Wann bist du mal wieder in Hamburg? 🙂
      Un abrazo fuerte, Lisa

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  2. Hi 🙂
    Ich wollte das Lächeln mitbringen, wollte mehr Fremde anlächeln, weil man sich in Australien viel häufiger einfach begrüßt und angelächelt hat, wenn man wen Fremdes auf der Straße begegnete. (Aber lange hielt ich das nicht durch. Selbst nun, da ich seit Monaten den gleichen Weg morgens gehe und dabei die gleichen Menschen treffe, grüße ich nur einen von ihnen.)
    Lieber Gruß!

    Gefällt 1 Person

    1. Sehr schön! Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich das in meiner Liste vergessen konnte, denn das ist tatsächlich das, was ich am offensichtlichsten so anders hier finde – die Herzlichkeit der Menschen. Ich nehme mir auch ganz fest vor, das beizubehalten – und wenn man nur von einem Bruchteil der Leute ein Lächeln zurück bekommt. Jedes zählt 🙂 mach weiter so! Liebe Grüße, Lisa

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